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Euer Arne

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News-Blog

Sonntag, 6. März 2016 - 11:44 Uhr
Erster Testlauf mit dem LunarEpic in Kenia


Am 03.03.2016 hat NIKE den LunarEpic vorgestellt und ich durfte als einer der ersten Läufer den Schuh testen. Da ich gerade im Trainingslager in Kenia bin, wurde daraus ein Test unter Extrembedingungen.
Als ich den Schuh am Donnerstag aus dem versiegelten Beutel nahm, war ich erst einmal überrascht und auch ein wenig skeptisch. Ein Laufschuh mit hohem Schaft! Dazu Flyknit als Obermaterial und eine völlig neue Schuhsohle. Das Design ist natürlich grandios!
Also anziehen und los auf meine 11km Runde!
Der Schuh passt sich sofort an, dass Flyknit-Material ist einfach der Hammer! Es drückt nichts und trotzdem kann ich Druck auf den Schuh geben. Der hohe Schaft ist gar nicht mal schlecht, beim Laufen sogar richtig angenehm. Die Ferse wird entlastet, kein Drücken am hinteren Fuß und deshalb vor allem für Achillessehnengeplagte wohl ein Segen. In Zukunft wird sich der hohe Schaft bei Laufschuhen mit Sicherheit durchsetzten!
Ich war bisher ehrlicherweise kein großer Fan der Lunar-Serie, da mir diese Schuhe eher steif und unflexibel erschienen. Der LunarEpic ist da ganz anders. Man hat eine unglaublich gute Dämpfung, es ist so, als ob man auf Wolken läuft und dabei trotzdem volle Kontrolle hat.
Den Härtetest Kenia hat der Schuh mit Bravour gemeistert und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Runde über die staubigen Pisten mit dem LunarEpic!
Die 11er-Runde flog ich in 43:30min, also einem Durchschnitt von 3:57min/km!


Donnerstag, 28. Januar 2016 - 17:11 Uhr
In Hamburg sagt man Tschüss


Von Twitter und aus einigen Nachrichtentickern musste ich heute erfahren, dass der LT Haspa Marathon Hamburg mich im kommenden Jahr nicht mehr unterstützen wird und hiermit die breite Öffentlichkeit sucht. Angedeutet wurde mir das Vertragsende bereits kurz nachdem ich bekannt gegeben hatte, in London zu starten.
Ein Start in Hamburg war nie Vertragsgrundlage. Ich hatte das auch von Anfang an kommuniziert. Es ging darum, mich als gebürtigen Hamburger auf dem Weg nach Rio zu begleiten und optimal zu fördern. Zu diesem Weg gehört es, dass ich international in Weltklassefeldern Erfahrung sammele, denn die fehlt mir mit meinen bisherigen zwei Starts in Frankfurt. Ein Rennen in HH auf mich zugeschnitten, das ich zwar hätte gewinnen sollen, hätte mir auf meinem Weg nach Rio wenig an Erfahrung gebracht. In London werde ich erstmals auf meine Gegner im olympischen Marathon treffen und schon austaxieren, wo ich mich innerhalb der absoluten Weltspitze einsortiere. Eine tolle Gelegenheit, die HH nicht hätte bieten können.
Schade, lieber berichte ich euch von meinem Alltag als Marathonläufer. Solche Themen klärt man zudem besser bilateral, aber jetzt musste ich auf diese Meldung doch irgendwie reagieren... Ich bin Hamburger und bin meiner Stadt sehr verbunden. Wer mich kennt, weiß das...

Dienstag, 19. Januar 2016 - 10:44 Uhr
LONDON CALLING!!! 96 days to go....

Foto by Nike

Am Sonntag, den 24.04.2016, werde ich meinen dritten Marathon laufen und zwar in London. Der Virgin Money London Marathon ist einer der besten Marathons der Welt und gehört zu der World Marathon Major Serie (WMM). Er ist ein MUSS für jeden Eliteläufer!
London gilt als eine der schnellsten Strecken im Frühjahr und hat ein ausgezeichneten Ruf. Eine neue persönliche Bestzeit will ich nicht ausschließen. Ich freue mich sehr, dass mir die Veranstalter ein gutes Angebot machen konnten und ich mich mit den aktuell besten Marathonläufern der Welt messen darf. Auf dem Weg zum Olympischen Marathon am 21.08.2016 passt der London Marathon zeitlich perfekt in die Vorbereitung. Für mich ist es außerdem sehr wichtig, möglichst viel Erfahrung auf dem Weg nach Rio zu sammeln und da ist London mit diesem Weltklassefeld die beste Adresse.
Vor dem Marathon in London sind ein schneller Halbmarathon und schnelle 10km geplant. Wo diese Läufe sein werden, ist noch nicht ganz klar.

LEICHTATHLET DES JAHRES 2015
In der letzten Woche wurde bekannt, dass ich die Wahl zum Leichtathleten des Jahres 2015 gewonnen habe. Über dieses Wahlergebnis habe ich mich unheimlich gefreut und möchte mich ganz herzlich bei Allen, die für mich gestimmt haben, bedanken. Ihr seid einfach genial!
Es ist einfach toll, diese Auszeichnung der deutschen Leichtathletik-Fachwelt zu gewinnen! Diese Motivation werde ich auf die vielen langen Trainingsläufe in Stuttgart und Kenia mitnehmen!

Virgin Money London Marathon 2016 elite men and personal bests:

Eliud Kipchoge (KEN) 2:04:00
Dennis Kimetto (KEN) 2:02:57
Wilson Kipsang (KEN) 2:03:23
Endeshaw Negesse (ETH) 2:04:52
Stanley Biwott (KEN) 2:04:55
Kenenisa Bekele (ETH) 2:05:04
Tilahun Regassa (ETH) 2:05:27
Abera Kuma (ETH) 2:05:56
Samuel Tsegay (ERI) 2:07:28
Ghirmay Ghebreslassie (ERI) 2:07:47
Amanuel Mesel (ERI) 2:08:17
Serhiy Lebid (UKR) 2:08:32
Arne Gabius (GER) 2:08:33
Tewelde Estifanos (ERI) 2:09:16
Ghebrezgiabhier Kibrom (ERI) 2:09:36
Vitaliy Shafar (UKR) 2:09:58
Marcin Chabowski (POL) 2:10:07
Scott Overall (GBR) 2:10:55
Chris Thompson (GBR) 2:11:14
Yuki Sato (JPN) 2:12:12
Callum Hawkins (GBR) 2:12:17
Nordstad Moen (NOR) 2:12:54
Lee Merrien (GBR) 2:13:41
Derek Hawkins (GBR) 2:14:04
Shawn Forrest (AUS) 2:14:37
Kevin Seaward (IRL) 2:14:52
Phil Wicks (GBR) 2:15:37
Paul Pollock (IRL) 2:15:38
Ben Moreau (GBR) 2:15:52
Ian Kimpton (GBR) 2:15:55
Matthew Hynes (GBR) 2:16:00
John Beattie (GBR) 2:16:38
Andrew Davies (GBR) 2:16:55
Stephen Scullion (IRL) 2:34:33
Bedan Karoki (KEN) Debut
Gervais Hakizimana (RWA) Debut
Jonathan Hay (GBR) Debut
Ryan McLeod (GBR) Debut
Alejandro Fernandez Martin (ESP) Debut

Mittwoch, 21. Oktober 2015 - 20:25 Uhr
Am Sonntag um 10 Uhr geht es auf Rekordjagd! Live beim hr und im Internet!

Text Frankfurt Marathon; Foto by Nike;

Arne Gabius - Schafft er es oder schafft er es nicht?

Arne Gabius
– das ist hier die Frage. Arne Gabius hat bei seinem fulminanten Marathon-Debüt im Vorjahr (2:09:32 Stunden) in Frankfurt alle überrascht.
In diesem Jahr werden am 25. Oktober alle Blicke auf ihn gerichtet sein.

Schafft er es wirklich? Nach harten Trainingseinheiten hat er sich manchmal via Youtube die emotionalen Bilder von seinem Zieleinlauf in die Festhalle angeschaut. In diesem Jahr greift er an gleicher Stelle, auf dem roten Teppich in Frankfurts „Gudd Stubb“, nach den Sternen. „Ich gehe davon aus, dass der deutsche Rekord fallen wird“, sagt der 34-Jährige. Gabius will die Uralt-Bestmarke des Dresdners Jörg Peter aus dem Jahr 1988 knacken. Dafür muss er 45 Sekunden schneller laufen als im Vorjahr. Gabius spricht sogar davon, eine Zeit zwischen 2:07 und 2:08 anzupeilen – gute äußere Bedingungen vorausgesetzt. Damit würde er den deutschen Langstreckenlauf endgültig in neue Sphären katapultieren.
Die Organisatoren des ältesten deutschen Citymarathons verschaffen ihm beste Bedingungen für die Verwirklichung des Plans. So haben sie ein Elitefeld zusammengestellt, in dem Gabius in der ersten Gruppe laufen kann. Es wird eine Halbmarathonzeit von 63:30 Minuten angestrebt. Bis Kilometer 30 soll es, so der Plan der Frankfurter, ein ruhiges, von Tempomachern eingehegtes Rennen werden. „Nach hinten heraus verspricht es dann ein schnelles, ein interessantes, einfach ein tolles Rennen zu werden“, sagt Gabius. Und wer weiß, vielleicht kann der Wahl-Stuttgarter ja sogar den Frankfurt Marathon gewinnen. Der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften, die in diesem Jahr im Rahmen des Laufklassikers am Main stattfinden, wird ihm ohnehin kaum zu nehmen sein. Im vergangenen Jahr hatte Gabius, der für den LT Haspa Marathon Hamburg startet, nach den ersten neun Wochen Marathontraining seiner Laufbahn überhaupt eine Zeit zwischen 2:10 und 2:12 angekündigt. Für ihn sei es eine „vorsichtige Prognose“ gewesen, erzählt er. In der seit vielen Jahren darbenden deutschen Männerszene wirkte es zunächst wie die Ansage eines Größenwahnsinnigen. Nach seinem fantastischen Rennen hätten dann viele Leute ihn dazu gedrängt, den Bahnrennen, seiner eigentlichen Profession, Knall auf Fall adieu zu sagen und sofort und ausschließlich sein Heil auf der Straße zu suchen. Doch Gabius war noch nicht so weit. Er benötigte noch seine „Abschiedssaison von der Bahn“, wie er sagt, jenem Stadionoval, in dem er sich als Leistungssportler 20 Jahre tummelte. Anfang des Jahres holte er sich noch den deutschen Rekord über 5000 Meter in der Halle in 13:27,53 Minuten. Und er schaffte die Qualifikation für das WM-Rennen über 10000 Meter in Peking. Da war sie, die Gelegenheit, die Bahnkarriere auf der größtmöglichen Bühne würdig zu beenden, die Spikes für immer an den Nagel zu hängen. Gabius, der ein abgeschlossenes Medizin-Studium vorweisen kann, erreichte in Peking dann einen guten 17. Platz. Schon in den Wochen zuvor war er im Marathontraining mit Blick auf Frankfurt, legte für die WM nur eine dreiwöchige Pause davon ein und freute sich anschließend „auf das Abenteuer Straße, in das ich mich jetzt voll stürzen werde“. Mit Trainingstagen mit einer Intensität, die bei Ottonormalläufern schon den Schädel brummen lässt: 3 x 10 Kilometer in jeweils unter 30 Minuten zum Beispiel, oder eine Überdistanz von 45 Kilometern in Intervallen. Der italienische Trainer-Guru, nach dessen Plänen die halbe Weltelite de Männer und Frauen trainiert, hat sich auch Gabius‘ Fortkommen in der Marathonwelt angenommen. In manchen Wochen kam Gabius, der sein Training und vor allem seine Ernährung akribisch plant, auf bis zu 260 Kilometer. Dabei treibt der gebürtige Hamburger seinen Fettstoffwechsel zu Höchstleistungen. Den Frankfurt Marathon 2014, sagt der Athlet, habe er mit „zehn Schluck Wasser und drei Schluck Cola“ bewältigt. Kartoffeln, Nudeln und Reis hat er, der sich seit 20 Jahren vegetarisch ernährt, von seinem Speiseplan verbannt. Beharrlich hat er seinen Körper gelehrt, „Kohlenhydrate als etwas Besonderes zu erachte“, sagt Gabius. Am Start vor dem Messturm werde er „wie ein vollgetanktes Formel-eins-Auto“ stehen, dann immer leichter und schneller werden und dann „hoffentlich mit dem letzten Tropfen Sprit in die Festhalle einlaufen“. Die Belohnung folgt hoffentlich im Ziel auf dem roten Teppich – aber spätestens im anschließenden Urlaub auf Hawaii, wo er und seine Verlobte in aller Stille und Abgeschiedenheit heiraten wollen.



Sonntag, 9. August 2015 - 16:21 Uhr
Mehr geht nicht - ein Kommentar zur aktuellen Doping-Diskussion aus Läufersicht


Ich habe mit großem Interesse die aktuelle Doping-Doku von Hajo Seppelt gesehen und verfolge auch die sich hieran anschließende Diskussion sehr aufmerksam. Die Bilder aus Kenia haben mich entsetzt. Ich befinde mich jedes Jahr mehrere Wochen in Kenia und habe es doch nicht wiedererkannt. Neben einem untätigen Verband, der die Sperren der IAAF, werden sie denn empfohlen, nicht umsetzt, zeigte die Reportage eindrücklich, dass sich einige kenianische Läufer regelmäßig in Lebensgefahr begeben mit ihrem unkontrollierten Medikamentenmissbrauch und EPO-Konsum. Hier werden zwei Aspekte deutlich:

- In Kenia scheint es Läufer zu geben, die aus Unwissenheit und mit Hilfe skrupelloser Ärzte leistungssteigernde Mittel einnehmen, ohne zu wissen, welche fatalen Nebenwirkungen diese Mittel entwickeln können. Hier besteht dringender Handlungsbedarf vor Ort - die Läufer müssen umfassend aufgeklärt werden und das Unrechtsbewusstsein muss verstärkt bzw. überhaupt geschaffen werden. Gedopte Athleten müssen in jedem Fall belangt werden, womit ich zum zweiten, strukturellen Aspekt komme.

- Der weltweite Antidoping-Kampf krankt in institutioneller und struktureller Hinsicht. Es kann nicht sein, dass die IAAF und die nationalen Verbände, die an Medaillen gemessen werden, immer neue Rekorde feiern und im Ergebnis von der erfolgreichen Vermarktung ihres Sports leben, immer noch ganz offensichtlichen Einfluss auf die Durchführung von Dopingtests, der Veröffentlichung von Testergebnissen und der Vollstreckung von Sperren nehmen. Die WADA und die nationalen Antidoping-Agenturen befinden sich viel zu oft in wirtschaftlicher und/oder politischer Abhängigkeit zu den Verbänden, zur Politik und Wirtschaft, was sich auch nach dem neuesten WADA-Code von 2015 nicht signifikant gebessert haben dürfte.

Die Tatsache, dass beispielsweise eine russische Läuferin sich bei der IAAF die Teilnahme an den Olympischen Spielen erkaufen konnte oder die Tatsache, dass beispielsweise der kenianische Verband Athleten nicht sperrt, obwohl sie überführt wurden, zeigt unmittelbaren Handlungsbedarf auf:

- Die WADA muss viel stärker die Einrichtung unabhängiger nationaler Antidoping-Agenturen, gerade in den "hot-spot"-Regionen wie z.B. Russland, Kenia, Türkei, forcieren und deren Arbeit überwachen, ggf. auch finanzieren. Hierbei ist v.a. auf eine personelle, finanzielle und politische Unabhängigkeit der Agenturen zu achten.

- Die WADA selbst muss in ihren Kompetenzen und in ihrer Unabhängigkeit gestärkt werden, um die Arbeit der nationalen Antidoping-Agenturen sicherzustellen. Die WADA muss hierfür finanziell viel besser ausgestattet werden.

Der Marathonlauf steht unter Generalverdacht, jeder einzelne Läufer sitzt auf der Anklagebank. Wir stellen schon sämtliche Daten zur Verfügung, nehmen grobe Einschnitte in unsere Rechte auf Informations- und Datenschutz, in unsere Privat- und Intimsphäre in Kauf. Mo Fahrah und einige britische Kollegen sahen sich heute genötigt, ihre Off-Score-Werte zu veröffentlichen, in dem Versuch, den Generalverdacht zu entkräften. Mehr geht nicht. Jetzt sind andere am Zug, endlich die Bedingungen herzustellen, die ein fairer Wettkampf benötigt.



Sonntag, 12. Juli 2015 - 15:31 Uhr
Sieg beim Ludwigsburger Citylauf!


30:07min und erster Platz mit über 2min Vorsprung in Ludwigsburg!
Ich konnte die 6km von zu Hause zum Marktplatz Ludwigsburg einlaufen, der Lauf fand quasi in meinem Wohnzimmer statt? Da war ein Start fast Pflicht.
Die Organisation dieses Laufes, die Stimmung an der Strecke, alles stimmte - bis auf das Wetter... Über 30*C und eine sehr trockene Luft ließen mich fast an jeder Wasserstation anhalten, ich habe mehr getrunken als beim Marathon im letzten Herbst. Trotzdem Danke Ludwigsburg, ich komme wieder!
In dieser Woche stehen insgesamt 257km zu Buche, inkl. der 10 Wettkapmpfkilometer. Ich fühle mich sehr gut - dank Physiotherapie und Eisbädern - so kann's in den nächsten Wochen weitergehen. Challenge: 1000km in 4 Wochen!

Foto geklaut bei Anna Hahner.

Dienstag, 7. Juli 2015 - 14:50 Uhr
Frankfurt Vol. 2 – 1000 gute Gründe


In knapp 16 Wochen steht mein nächster Marathon an – und zwar auf meiner Lieblingsstrecke in Frankfurt. Ein Marathon bietet ziemlich viele Unwägbarkeiten – sowohl in der Vorbereitung als auch im Rennen selbst, sodass ich jedenfalls im Hinblick auf die Strecke, die Stimmung und die Organisation den sicheren Weg einschlage, denn letztes Jahr hat hier einfach alles gepasst.

In den letzten zwei Wochen habe ich mich gut von dem ersten Teil meiner Saison erholt, gestern war dann Startschuss der spezifischen Marathonvorbereitung. Die zwei Wochen Urlaub habe ich auch genutzt, mein Marathonteam aufzustellen:

- Anne, die mich voll unterstütz und die ein oder andere Radeinheit absolvieren werden wird
- Renato Canova, der mir mit Rat und ungebremster Begeisterung zur Seite stehen wird
- Nike – mit Nike International entwickle ich stetig neue Schuhe, teste Prototypen und bekomme so den perfekten Marathonschuh
- Prof. Dr. Jürgen Siegele und Team (Therapie- und Rehazentrum Großbottwar), die dafür sorgen, dass ich mich nicht verletze

Ich freue mich auf die Vorbereitung und das Training und konnte es kaum erwarten, mit dem Training für Frankfurt zu beginnen. Mir macht dieses spezifische Training Spaß – so viel Spaß, dass ich im Frühjahr bereits die erste Grundlage gelegt habe. Der zweite Marathon ist auch nicht schwerer oder härter als der erste, ganz im Gegenteil. Von absoluten Topläufern habe ich schon öfters gehört, dass der zweite Marathon deutlich schneller und leichter wird. Gerade unter dem Aspekt, dass ich im letzten Jahr nur eine neunwöchige Vorbereitung hatte und das erste Mal überhaupt in der Woche über 200km lief, starte ich in diesem Jahr mit ganz anderen Voraussetzungen. Ich konnte – abgesehen von leichten Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen – den Winter und das Frühjahr voll trainieren und habe auch in der Bahn- und Straßensaison immer wieder Marathon-Blocktrainings eingebaut. Die Ernährung wird schrittweise und langsam auf Marathonkost umgestellt.
Im letzten Jahr haben sich meine Pläne erst spät konkretisiert, ich konnte quasi inkognito trainieren und stimmte mich allein auf die Herausforderung ein. In diesem Jahr soll das anders werden. Mit meinem neuen YouTube-Kanal, der spätestens ab morgen bereit stehen wird, könnt ihr mich auf meinem Weg nach Frankfurt begleiten. Ich werde euch den Alltag eines Marathonläufers zeigen – mit allem, was dazu gehört, nämlich Training, Regeneration, Physiotherapie, Ernährung und Wettkämpfen.

Das Ziel für Frankfurt ist eine Zeit von unter 2:09h, genauer würde ich gerne 46s schneller als im letzten Jahr laufen… Damit würde das Jahr 2015 enden, wie es begonnen hat, als ich in Düsseldorf meinen Deutschen Rekord lief.

Ich baue auf eure Unterstützung und freue mich auf die kommenden Wochen!

Sonntag, 23. November 2014 - 17:09 Uhr
Läufer mit Auszeichnung...



Was für ein Saisonabschluss!
Ich wurde in den letzten vier Wochen zum
- Deutschen Leichtathleten des Monats
- Europäischen Leichtathleten des Monats (EAA) und zum
- Läufer des Jahres 2014 gewählt!

Vielen Dank an alle, die mich gewählt haben! Ich freue mich über die Anerkennung und gehe nach meinem Urlaub gut erholt und voll motiviert in die Vorbereitung der nächsten Saison.

Freitag, 31. Oktober 2014 - 13:31 Uhr
* BMW Frankfurt Marathon – This is your day! *



Nachdem der Trubel der letzten Tage etwas nachgelassen hat, hier nun mein Rennbericht für meinen ersten Marathon in Frankfurt. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass ich jetzt schon über Marathon schreibe – ich am allerwenigsten…
Die Entscheidung, einen Marathon zu versuchen traf ich nach meinem Halbmarathon-Debut in New York, das ich aus einer Laune heraus lief, nachdem die Hallensaison überhaupt nicht nach Plan verlaufen war. 62:09min auf dem hügeligen Kurs und bei eisigem Wind, aber vor allem mein gutes, lockeres Gefühl bei dem Rennen machten Lust auf längere Straßenläufe und die Königsdisziplin Marathon. Dass ich im Juni Renato Canova zufällig in Ostrava traf und er mich nach einiger Überredungskunst in meinem Vorhaben gar bestärkte und seine unbedingte Unterstützung anbot, ebnete den Weg nach Frankfurt. Zu der Sommersaison ist alles gesagt; schade, dass ich einen schlechten Tag und ein für mich ungünstiges Rennen in Zürich erwischte. So blieb für den Marathon allerdings genug Frust und Kraft für das harte Training übrig und nach drei kurzen Regenerationstagen stürzte ich mich in die Umsetzung unseres ausgeklügelten Plans. Die Trainingsinhalte und eine kurze Beschreibung hierzu findet ihr wie gewohnt unter „Training“ auf dieser Seite.

23.10.2014 – 26.10.2014 Frankfurt Pre-Race
Bereits am Donnerstag vor dem Marathon ging es nach Frankfurt. Die Presse stand in den Startlöchern und die kommenden Tage waren bis auf die letzte Minute gefüllt mit Interviews, Foto-, Film- und Radioaufnahmen. Dieser Medien-Marathon beschäftigte mich gut und machte richtig Spaß. Trotz mehrfachen Insistierens seitens der Presse, meine Zielzeit zu relativieren, blieb ich bei meiner Ankündigung, zwischen 2:12h und 2:10h zu laufen, insgeheim träumte ich sogar von einer Zeit unter 2:10h - hierfür musste allerdings wirklich alles stimmen und ich hatte mich ja schon ordentlich weit aus dem Fenster gelehnt. Ich war mir sicher, dass die Form stimmt.
Die Tage vor dem Marathon vergingen dank der vielen Termine wie im Flug. Den Rest der Zeit verbrachte ich mit Essen… Mein Appetit nach der Saltin-Diät war grenzenlos und ich schaufelte bereits morgens Schweizer Rösti und Rührei – ein gutes Zeichen, dass mein Körper die Speicher auffüllte. Die Afrikaner taten es mir gleich. Der Veranstalter hatte sogar Ugali, den kenianischen Getreidebrei aus weißem Maismehl, organisiert. Ehe ich mich versah, war der Abend vor dem Tag X gekommen und ich knüpfte meine Startnummer ans Trikot und füllte das erste Mal in meinem Leben Trinkflaschen für einen Wettkampf. Der Zeitchip wurde noch an den Schuh geknotet, ich hatte mich für den Streak Zoom 5 entschieden mit einer Sprengung von 10mm, da ich mit geringerer Sprengung zuletzt (in Berlin, 10k) Wadenkrämpfe nach dem Rennen bekommen hatte und hier in Frankfurt kein Risiko eingehen wollte.

26.10.2014 - Race Day
6.30 Uhr – Verschlafen um exakt 50min! Dass mit der Zeitumstellung und den Weckereinstellungen in meinem Handy hat nicht so ganz funktioniert. Schnell aufgestanden und erst einmal einen Ultra Sports Starter getrunken. Auf dem Weg zum Aufzug trafen wir die Afrikaner, die alle schon vollgefuttert vom Frühstück wieder kamen. Jetzt nur nicht die Ruhe verlieren, alles läuft nach Plan und wenn nicht, dann halt anders… Beim Frühstück saß nur noch die Presse, die Läufer waren nirgends mehr zu sehen… Ruhig bleiben, Grünen Tee, meine Frischei-Dinkel-Waffeln und ein Brötchen mit Schoki, mehr ging nicht.
7.55 Uhr – Die Flaschen abgegeben und das Fahrrad für Anne mit Akkreditierung versehen. Anne hat auch noch eine Startnummer bekommen, damit sie nicht von der Strecke geschickt wird und um 8:45 Uhr ging es auch schon zum Start.
9:10 Uhr – letztes Gel vor dem Wettkampf. Wie mit Renato besprochen, war ich komplett satt und fühlte mich voll vor dem Start, ob das man gut geht, so langsam wurde ich doch etwas nervös. Entsprechend verlief auch das Aufwärmen – „Was tust Du hier? Kann das funktionieren?“ – solche und ähnliche Gedanken schossen mir durch den Kopf, viel Zeit blieb allerdings wieder nicht, das letzte Interview an der Startlinie mit dem HR Fernsehen stand an…
10:00 Uhr – Startschuss! Die Elite setzte sich in Bewegung und schnell sortierten sich die Gruppen. Der Veranstalter hatte je 3 Pacemaker für insgesamt 4 Gruppen organisiert. Die erste Gruppe sollte in 62:30min auf Halbmarathon angehen, die nächste in 63:40min. Ich befand mich in der dritten Gruppe, die eine 65:00min anvisierte. André Pollmächer machte auf den ersten 15km einen tollen Job und sorgte für ein gleichmäßiges Tempo. Nach 10km nahm ich etwas Wasser um mir den Mund auszuspülen. Wir passierten die Halbmarathonmarke in 65:08min und waren sehr gut im Plan und ich fühlte mich großartig. Überraschenderweise schaffte es die zweite Gruppe nicht, ihr Tempo zu treffen und lief konstant 10s vor mir. Schon vor Kilometer 20 entschied ich, langsam aber bestimmt die Lücke mit Hilfe der verbleibenden Pacemaker zu schließen, was uns etwa bei Km 24 gelang. Bei Kilometer 25 liefen wir auf die Überführung über den Main, kein wirklicher Berg, aber ich fühlte mich hiernach plötzlich müde und war froh, mich in der Gruppe, die das Tempo jetzt bestimmte, etwas ausruhen zu können. Doch schon bei Km 26 ging es mir sogar so gut, dass ich mich auf Position 2 hinter den Tempomacher einsortierte und ihm zu verstehen gab, dass wir das Tempo auf etwa 3:02min/km erhöhen. Er schaute mich erstaunt an, doch ich versicherte ihm, dass das in Ordnung ginge. So nahm er die Beine in die Hand und wir liefen zusammen bis Km 30, wo ihn seine Kollegen unter der Autobahnbrücke schon erwarteten.
Jetzt war ich auf mich allein gestellt. Den Rest der Gruppe hatte ich weitestgehend abgehängt. Im Vorfeld wurde ich vielfach gewarnt: „Bei KM 30 beginnt der Marathon.“ „Das ist kein 5000m-Rennen.“ und ich war gespannt, wie ich mich nun fühlen würde. Diese Situation kann man im Training nur bedingt abbilden. Mir ging es prima! Ich hatte zwei Optionen: Das Tempo etwas rausnehmen und die Kenianer wieder aufschließen zu lassen um mit einer Zeit von etwa 2:11-2:12h sicher ins Ziel zu kommen oder meinen Stiefel weiterzulaufen und den Kurs von jetzt schon unter 2:10h beizubehalten, alles auf eine Karte zu setzen. Ich marschierte los! Es war ein tolles Gefühl und das Laufen wurde mit jedem Kilometer leichter. Jetzt verstand ich, was Renato damit meinte, dass man vollgefuttert an der Startlinie steht und immer lockerer und schneller werden würde… Ich fand die perfekte Balance zwischen hoher Konzentration und einer Leichtigkeit, die mich die Stimmung und Euphorie am Streckenrand aufsaugen ließ. Ich schaute jeden Kilometer auf meine Uhr und nahm alle 10km Zwischenzeiten, sodass ich genau wusste, auf welche Zielzeit ich laufen würde. GPS hatte ich gar nicht eingeschaltet, hierbei vertraute ich schon auf die offizielle Streckenvermessung. Die Nike Sportswatch reagiert mit Berührung des Touch-Displays und nahm die Split-Zeiten, wenn ich auf sie draufschlug. Das hat der HR schön in Zeitlupe aufgezeichnet, sodass es einige Spekulationen zu technischen Problemen und GPS-Störungen gab – mitnichten…
Weiterhin allein auf weiter Flur wurde ich zu meinem eigenen Erstaunen schneller und schneller. Bei Km 35 freute ich mich auf meine letzte Getränkeflasche mit Cola, die mir Anne sehr professionell übergab – wir hatten das so gut wie nie trainiert… Zuvor hatte ich bei Km 20, 25 und 30 etwas Wasser genommen, insgesamt sicher nicht mehr als 150ml.
Zwei Schluck Cola genügten und ich machte mich auf die letzte Runde durch die Innenstadt. Die Aufregung am Wegesrand stieg. Das Publikum war nicht nur euphorisch dabei mich anzufeuern, sondern auch sehr gut informiert und fachkundig. Überall hörte ich, dass ich auf einem Kurs von unter 2:10h war und versuchte weiterhin, das Tempo zu halten. Jetzt wurde es schon hart. Nicht nur für mich… Auf den letzten 6km sammelte ich so einige Athleten aus der Spitzengruppe ein, was mich nochmals motivierte und mir Kraft gab. Bei Kilometer 39 überholte ich dann die Startnummer 1 (den Vorjahressieger), kurz vor der Festhalle dann einen weiteren Kenianer, der ebenfalls sein Debut gab. Da von ihm keine Gegenwehr mehr kam, genoss ich den Einlauf in die Festhalle, was für ein Finale! Frankfurt ist für diesen Moment bekannt und er übertraf meine kühnsten Erwartungen! Unfassbar! Ohne meine Platzierung und genaue Zeit zu kennen konnte ich bereits in den Reaktionen der Zuschauer lesen, dass was ganz Großes passiert war. 2:09,32h!
Solche Momente rechtfertigen die ganzen Entbehrungen und das harte Training – v.a. im Marathon.
Nach Überqueren der Ziellinie wurden meine Beine dann doch etwas schwer, die Oberschenkelvorderseite meldete sich… Doch die Freude überwog und ich genoss es, mit den vielen Zuschauern zu feiern.

26.10 – 31.10.2014 Post-Race Marathon
Mein Handy gab irgendwann auf, die vielen Glückwunsche konnte es nicht mehr verkraften. Die Veranstalter beraumten mehrere Pressekonferenzen an, Siegerehrung, Interviews und Telefonate mit Freunden und Familie ließen den Marathon die folgenden Tage noch mehrmals Revue passieren. So ganz realisieren konnte ich bisher nicht, was diese Zeit auf Marathon bedeutet. Anne wusste noch nicht einmal, dass es bei 2:10h eine „Schallmauer“ gab – wir hatten wirklich nicht viel Zeit gehabt, uns vorzubereiten; aber sie ist sowieso der Ansicht, dass solche „Mauern“ nur im Kopf existieren … Umso schöner waren die vielen Glückwünsche und die Wertschätzung, die mir im Nachhinein entgegengebracht wurde.
Ich habe in den letzten Tagen versucht, viele Nachrichten zu beantworten. Ihr habt einen großen Teil zu diesem Erfolg beigetragen! Ich hatte schon im Vorfeld das Gefühl, dass ihr nach meiner „kühnen“ Ansage jedenfalls Hoffnung hattet und mir wünscht, dass es klappt. Ihr habt mich nicht zum Scheitern verurteilt. Hierfür ein riesengroßes DANKESCHÖN!
Auch die Rennorganisation um Jo Schindler und Christoph Kopp hat bedingungslos an mich geglaubt und mir die perfekten Bedingungen geschaffen, die ein solches Unterfangen verlangt! Auch hierfür ganz herzlichen Dank.
Weiterhin wurde ich von meinem Physiotherapeuten Jürgen Siegele und seinem Team in Großbottwar ganz hervorragend betreut. Mehrmalige Termine pro Woche gewährleisteten eine verletzungsfreie, perfekte Vorbereitung auf Frankfurt.
Dr. Feil, seine hervorragende Beratung im Vorfeld des Marathons und die Ultra Sports Produkte verhalfen mir dazu, dass ich weder im Training noch auf der Strecke „verhungerte“.
Nike rüstete mich für dieses Projekt bestens aus und hält mir seit Jahren die Treue. Ohne Nike hätte ich mit dem Laufen 2012 aufgehört; ich bin froh, dass ich jetzt etwas zurückgeben konnte.
Danke, Renato, für die Trainingspläne und Deine Zuversicht, die mir das Selbstvertrauen gab, in der zweiten Hälfte des Marathons das Heft in die Hand zu nehmen und eine Zeit unter 2:10h anzugehen!
Last but not least: Danke Anne für Alles!

Montag, 27. Oktober 2014 - 16:54 Uhr
BMW Frankfurt Marathon

Foto (mit freundlicher Genehmigung): Norbert Wilhelmi

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